2.1.2026 (ca)
Abgesehen von der regionalen Wasserknappheit in Augsburg, so die gegenwärtige Konfliktlage am Lech mit den wassersportlichen Belangen an Eiskanal und Stadtkanälen, den klimafreundlichen aber ökologisch fragwürdigen Wasserkraftwerken und den entsprechenden Erforderlichkeiten des Natur- und speziell des Grundwasserschutzes, gibt es auch eine übergeordnete Mangelsituation. In ihrem Beitrag „Trinkwasser für Bayern kommt aus Schwaben“ zeigte die Augsburger Allgemeine Zeitung unlängst (8.12.2025, Ausgabe-Nr. 282, S. 1) auf, wie trockene Regionen in Bayern künftig versorgt werden könnten:
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„Wird Schwaben endgültig zum Brunnen für Bayern? Noch in dieser Legislaturperiode wird die Staatsregierung festlegen, woher die Menschen im Freistaat künftig ihr Wasser bekommen. Das sagte Umweltminister Thorsten Glauber unserer Redaktion. Die zentrale Rolle in seinen Plänen spielt dabei die Region am Unteren Lech rund um die Gemeinden Genderkingen und Oberndorf (Kreis Donau-Ries). Von dort wird schon seit den 70er-Jahren über eine 100 Kilometer lange Wasserleitung Trinkwasser nach Nürnberg, Fürth und Erlangen transportiert. Über einen Verbund sind auch weiter entfernte Städte wie Würzburg und Kronach angeschlossen. Jährlich wandern damit aus dem grundwasserreichen Mündungsgebiet des Lechs in die Donau Millionen Kubikmeter Trinkwasser nach Nordbayern. Der bisherige Spitzenwert wurde im August 2015 erreicht, als an einem Tag mehr als 140 Millionen Liter Wasser abgepumpt wurden. Künftig sollen es sogar noch mehr werden. Bereits 2022 hatte Glauber Pläne für eine gigantische Fernwasser-Ringleitung vorgestellt, um große Mengen Wasser aus Südbayern ins trockene Franken zu transportieren. Denkbar sei, sagte der Freie-Wähler-Politiker damals, eine überregionale Wasserspange, die vom Bodensee und der Lech-Mündung in Schwaben über Franken bis nach Niederbayern führen könnte. Die Option, Wasser aus dem Bodensee abzupumpen, hat die Staatsregierung inzwischen verworfen. Glauber spricht vage von „finanziellen und technischen Gründen“. Auch der Bau einer weiteren Talsperre in Bayern scheint für den Umweltminister wenig verlockend. „So etwas heute noch zu bauen, wäre eine politische Herausforderung.“ […] Das Gebiet der Lechmündung ist unter den Kandidaten jedenfalls die verlässlichste Quelle, vielleicht sogar die einzige. Inwieweit dafür bestehende Wasserschutzgebiete ausgeweitet und neue Brunnen gebohrt werden müssten, hänge von der später nötigen Entnahmemenge ab, so das Ministerium. Klar ist: In einem Zeitraum von mehr als 30 Jahren müssen Hunderte von Kilometern an Wasserleitungen aus- und neugebaut werden. Geschätzte Kosten: fünf Milliarden Euro. […] Die Verhandlungen über das Lechwasser für weite Teile Bayerns könnten schnell ernst werden. Denn in München drückt Glauber aufs Tempo. „Ich gehe davon aus, dass wir uns in dieser Periode festgelegt haben. “Der fortschreitende Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit in Franken und Ostbayern zwinge die Politik zum Handeln […].“
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