29.11.2025 (ca)
Zur unserer untenstehenden Aktuellen Meldung „Streit ums Wasser“ vom 28.11.2025 gab es betreffend die Uniper-Karftswerksplanungen zeitgleich in der Augsburger Allgemeine Zeitung den Kommentar „Mehr Schaden als Nutzen durch Kraftwerk“ (vom 28.11.2025, Ausgabe-Nr. 274, S. 31). Dort äußert sich der Lechexperte Günther Groß, überaus engagiertes Mitglied und ehemaliger Sprecher unserer Lechallianz über lange Jahre, wie folgt:
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„Wenn es Uniper schafft, dieses Kraftwerk in die Renaturierungsstrecke zu setzen, ist das Projekt Licca liber tot. Zehn Jahre hat das Wasserwirtschaftsamt mit allen Beteiligten ein Konzept erstellt, das dem Lech wieder den nötigen Freiraum bietet. Die Strecke vom Mandichosee bis zum Hochablass ist das einzige Stück am Lech, in dem das noch möglich ist. Mit einem Kraftwerk würde ein Großteil des Wassers durch die Turbinen gehen. Nachdem sich die Fische an der Hauptströmung orientieren, werden diese in der Turbine verletzt oder getötet. Die Aussage über fischfreundliche Turbinen wird von der TU in München ganz klar widerlegt. Mit diesem Kraftwerk würde sich die Leistung der gesamten Lechkraftwerke nur um 0,16 Prozent erhöhen. Der ökologische Schaden, der angerichtet wird, steht aber in keinem Verhältnis zum Nutzen der Energiegewinnung. Es ist zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Stadt Augsburg bei der Begutachtung der Antragsunterlagen von Uniper diese große Diskrepanz zwischen dem großen Schaden und dem geringen Nutzen berücksichtigen.“
Ungeachtet dessen hat die Augsburger Stadtregierung in ihrer jüngsten Sitzung nunmehr Fakten geschaffen. Davon berichtet die Augsburger Allgemeine Zeitung im Beitrag „Eiskanal fit für Olympia machen“ in ihrer heutigen Wochenendausgabe (vom 29.11.2025, Ausgabe-Nr. 274, S. 30). Dort heisst es: „[…] Um die Zukunft des Eiskanals als internationale Kanuslalomwettkampfstrecke zu sichern, investiert die Stadt Augsburg 3,5 Millionen Euro. Dies hat der Stadtrat nun offiziell beschlossen. Für diese Summe sollen zwei Regulierbauwerke errichtet werden, die den Betrieb der historischen Olympiastrecke auch bei Niedrigwasser im Lech zuverlässig ermöglichen. Die Umsetzung ist in den nächsten vier bis fünf Jahren geplant. […] Sportreferent Jürgen Enninger betont, der Eiskanal sei Symbol der Sportgeschichte und Garant für die Zukunft des Kanusports in Augsburg. Man wolle die Strecke „fit für Olympia“ machen und langfristig sichern. Die Regulierbauwerke seien dafür unerlässlich und keine verlorenen Kosten. Die Hauptschleuse mit rund drei Millionen Euro wäre auch bei einer Pumpenlösung erforderlich gewesen. Die Schleusenvariante hat den Nachteil, dass die Wasserumleitung zu Produktionsausfällen an Wasserkraftwerken führt, die ersetzt werden müssen. Parallel zur technischen Planung läuft daher eine Machbarkeitsstudie in Abstimmung mit den Betreibenden der Wasserkraftwerke. Denn eine Flutung des Eiskanals bei Niedrigwasser wirkt sich auf Teile des städtischen Kanalsystems und die dortigen Kraftwerke aus. Es wird geprüft, inwieweit wasserlenkende Maßnahmen zu Ertragsausfällen führen und ob Entschädigungsansprüche bestehen könnten. […]“ Den gesamten Beitrag online lesen unter:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/eiskanal-augsburg-investiert-3-5-millionen-euro-fuer-kanuslalom-wettkaempfe-112886154
Bild: Die „Raue Rampe“ am Lech-Flußkilometer 50,4, wo Uniper das wenig nutzbringende Wasserkraftwerk plant