28.11.2025 (ca)
Der Eiskanal und die Wasserarmut am Lech ist ein hochaktuelles Thema, über das wir in letzter Zeit immer wieder berichtet haben (siehe zuletzt unsere untenstehende Aktuelle Meldung „Eiskanal: Schleusen anstatt Pumpen“ vom 22.11.2025). Aber nicht nur der Eiskanal möchte Wasser, sondern es gibt auch andere Anspruchsgruppen, neben dringenden natur- und umweltschutzrelevanten Belangen sind dies die Stromindustrie und nun demgegenüber der Freizeitbereich. Dazu berichtete die Augsburger Allgemeine Zeitung jüngst in zwei Beiträgen:
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(1) Im AZ-Artikel „Uniper treibt Planungen für Lech-Kraftwerk voran“ (vom 26.11.2025, Ausgabe-Nr. 272, S. 34) wird wie folgt berichtet: „[…] Der Kraftwerksbetreiber Uniper hält an seinen Plänen, ein kleines Wasserkraftwerk im Lech zwischen Mandichosee und Hochablass zu bauen, fest. Aktuell sind noch keine Genehmigungsunterlagen eingereicht, die dafür notwendigen Planungen und ein Großteil der ökologischen Gutachten sei jedoch fertig, sagte Pressesprecher Theodoros Reumschüssel auf Anfrage unserer Redaktion. […] Uniper sieht keinen Widerspruch zwischen Kraftwerk und Renaturierung, Naturschützer dagegen schon. […] Uniper erklärt, beim geplanten Kraftwerk den Populationsschutz von Fischen im Lech „ohne Kompromisse“ gewährleisten zu können. Der geplante Kraftwerkstyp sehe zwei fischverträgliche Turbinen neuester Bauart vor. Die Schwelle nebenan gewährleiste die Wanderungsmöglichkeiten für Fische, zudem soll eine Kiesschleuse den Transport von Geschiebe ermöglichen. Wie Uniper erklärte, wird die Rampe das ganze Jahr über immer mit Wasser überströmt sein. Bei Niedrigwasser habe das Wasser auf der Rampe auch Vorrang vor der Turbinennutzung. Allerdings wird das Kraftwerk, so es gebaut wird, sichtbare Auswirkungen auf die Wassermenge haben: Im Jahresmittel wird etwa ein Fünftel der mittleren Wassermenge im Lech (sie liegt bei 80.000 Litern pro Sekunde) über die Rampe geleitet werden, der Rest geht durchs Kraftwerk. […] Wie berichtet, hatte der Stadtrat eine Resolution gegen den Kraftwerksbau verabschiedet, wobei das Gremium darüber nicht zu entscheiden hat. […]“. Den gesamten Beitrag online lesen unter: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/unternehmen-uniper-plant-umstrittenes-kraftwerk-im-lech-bei-augsburg-112850438
(2) Und im AZ-Artikel „Anwohner fürchten Ebbe im Proviantbach“ (vom 27.11.2025, Ausgabe-Nr. 273, S. 30) gibt es folgende Infomationen: „[…] Die Pläne der Stadt Augsburg, den Eiskanal auch in Trockenphasen im Sommer für Kanuwettkämpfe und das Kader-Training zukunftssicher zu machen, dürften zur Folge haben, dass ein Teil des städtischen Bachsystems an manchen Tagen weniger Wasser zur Verfügung hat. Im Extremfall würde der Proviantbach, der durchs Textilviertel fließt und zwei offizielle Badestellen hat, zum quasi stehenden Gewässer mit niedrigerem Pegel werden. Bei Anwohnern im Textilviertel regt sich Sorge, eine Unterschriftenliste ist im Gespräch. Die Stadt hält die praktischen Auswirkungen aber für überschaubar. […] Sportreferent Jürgen Enninger (Grüne) verweist darauf, dass nach wie vor Wasser im Herrenbach wäre, wenn auch bei einem 30 Prozent tieferen Pegel. „Es würde sich hauptsächlich an der Fließgeschwindigkeit bemerkbar machen“, so Enninger. Schwimmen wäre weiterhin möglich. […]“. Den gesamten Beitrag online lesen unter: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/droht-kuenftig-ebbe-in-kanaelen-in-augsburg-112869099
Fazit: Der Widerstand, den Lech „als Melkkuh“ zu mißbrauchen, mehrt sich. Doch nach wie vor sind die klimatologischen und ökologischen Aspekte des Wassermangels und der Wassersteuerung offenbar kein grundlegender Aspekt bei den Entscheidern der Stadtregierung.