22.11.2025 (ca)
Erst vor kurzem berichteten wir zum Eiskanal und den finanziellen Aspekten seiner wassertechnischen Ertüchtigungen (vgl. nochmals unsere untenstehende Aktuelle Meldung vom 17.11.2025), dabei auch kritisch in Hinblick auf die bald anstehende Entscheidungsfindung der Stadtregierung (am kommenden Dienstag, den 25.11.2025), dabei offenbar ohne Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit. Nun hat der Sportbeirat der Stadt Augsburg gewissermaßen eine Vorentscheidung in Hinblick auf die technischen Maßnahmen getroffen. Im Artikel „Eiskanal: Schleusen anstatt Pumpen“ der Augsburger Allgemeine Zeitung (vom 21.11.2025, Ausgabe-Nr. 268, S. 23) wird dazu wie folgt berichtet:
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„[…] Große Nachfragen gab es am Mittwochabend von den Mitgliedern des Augsburger Sportbeirates nicht mehr. Zu deutlich hatten die beiden technischen Machbarkeitsstudien zum Wassermanagement am Eiskanal die Vorteile für die Variante mit den beiden Schleusen-Bauwerken gegenüber der Pumpen-Lösung herausgearbeitet: Deutlich niedrigere Kosten und vor allem bei fast allen Niedrigwasser-Szenarien ausreichend, um den Eiskanal im Betrieb zu halten. Und so lautete die Empfehlung des beratenden Gremiums an den Sportausschuss, der am kommenden Dienstag tagt: Variante eins mit den beiden Schleusen umsetzen. […] 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde – also 50.000 Liter jede Sekunde – müssen am Lech gemessen werden, damit das Wasser in die Wettkampfstrecke der Olympischen Spiele von 1972 geleitet werden darf. Der Mindestabfluss am Hochablass beträgt vier Kubikmeter. Der Abfluss in das Stadtbachsystem 36 Kubikmeter. Damit werden die Kleinkraftwerke betrieben. Zehn Kubikmeter braucht man für die Flutung des Eiskanals. Das ist der Normalbetrieb. Sinkt der Durchfluss unter 50 Kubikmeter, wird der Eiskanal trocken gelegt. Das kommt immer häufiger vor. Vor allem der Trainingsbetrieb auf der anspruchsvollen OlympiaStrecke wird dadurch unmöglich. Dies kann durch die beiden Schleusen bis zu einem Absinken auf 30 Kubikmeter verhindert werden. Die Hauptschleuse ist kurz hinter dem Abzweig des Eiskanals vorgesehen, die zweite Schleuse wird am Herrenbach errichtet. Und selbst wenn der Durchfluss auf 15 Kubikmeter fallen würde, wäre ein tageweiser Betrieb der olympischen Strecke möglich. Erst ein noch tieferer Stand wäre nur noch durch Pumpen aufzufangen, erklärte Petra Keller, eine der beiden Leiterinnen des Sport- und Bäderamtes, bei ihrer Präsentation. „Aber wenn es so ein extremes Niedrigwasser am Lech hat, haben wir ganz andere Probleme als den Betrieb des Eiskanals.“. Ganz ohne Nachteile ist die Schleusen-Variante aber nicht. Die Wasserumleitung führt zu Ausfällen an den Wasserkraftwerken, die ersetzt werden müssten. Die Kosten wären aber bei einem sechsstündigen Betrieb (1300 Euro) ungefähr genauso hoch wie die Betriebskosten der Pumpen (1200 Euro). Was noch für die Schleusen-Lösung spricht: Die Hauptschleuse (Kostenpunkt rund drei Millionen Euro) wird auch bei einer Pumpenlösung benötigt. […] Die Pumpenlösung wäre eine Aufbauvariante, die in Folge auf den bestehenden Maßnahmen aufsetzen könnte.“
Den gesamten Beitrag online lesen unter:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/sport/eiskanal-soll-schleusen-erhalten-und-langfristig-betrieb-sichern-112833593
Warum die Flussökologie des Lechs nach wie vor kein essenzieller Entscheidungsaspekt für die Stadtregierung ist, bleibt rätselhaft. Die Umsetzung des Renaturierungsprojekts „Licca liber“ wurde jüngst mit Auslage der Planunterlagen gestartet (vgl. dazu den untenstehenden Aktuellen Beitrag vom 19.11.2025). Es könnte nun durch Schwellbetrieb oder Wasserentzug zur Ertüchtigung des Eiskanals negativ tangiert werden. Hinzu kommt die Absicht des Energieunternehmens Uniper, flussaufwärts am Flusskilometer 50,4 (an der sog. „Rauhen Rampe“) ein neues Wasserkraftwerk zu errichten. Das alles passt überhaupt nicht zusammen!